Länder-spezifische Lohnfortzahlung, einsatzbereit.
Krankheit ist komplexer als ein Saldo-Zähler. Die meisten Länder behandeln zusammenhängende Krankheit innerhalb eines festgelegten Fensters als einen einzigen Krankheitsfall — und der Anspruch wächst mit den Dienstjahren, ist gestuft und greift je nach Land anders in die gesetzliche Krankentaggeld-Regelung. Für sechs der sieben unterstützten Länder sind die gesetzlichen Werte bereits hinterlegt: die Schweiz mit der Lohnfortzahlung nach Art. 324a OR, Deutschland mit EFZG §3, Österreich mit EFZG §2, Frankreich mit L1226-1 (Maintien de salaire), Italien mit der INPS-Krankengeld-Regelung und das Vereinigte Königreich mit Statutory Sick Pay. Die USA kennen keinen bundesrechtlichen Anspruch auf bezahlte Krankheitstage — dort legst du die Richtlinie selbst an. Markiert jemand einen Abwesenheitsantrag als Krankheit, verknüpft ihn das System mit einem laufenden Krankheitsfall oder eröffnet einen neuen, wendet die Anspruchskurve des Landes an und schreibt bezahlte und unbezahlte Tage ins Journal.
Berichte zeigen, was vom Anspruchsfenster noch übrig ist — pro Person und pro Krankheitsfall.
Sechs hinterlegte Regelungen. Eine schreibst du selbst.
Die gesetzlichen Standardwerte. Pro Richtlinie anpassbar, wenn dein GAV etwas anderes sagt.
Art. 324a OR — Berner Skala.
Lohnfortzahlung nach Dienstjahren, je Krankheitsfall und pro Dienstjahr erfasst: drei Wochen im ersten Jahr, ab dem zwanzigsten sechs Monate. Hinterlegt ist die Berner Skala — die Stufen lassen sich auf die Zürcher oder Basler Skala umschreiben, oder die Richtlinie auf eine KTG-Regelung mit Wartefrist umstellen.
EFZG §3.
Sechs Wochen volle Entgeltfortzahlung je Erkrankung, nach vier Wochen Beschäftigung. Eine Wiedererkrankung innerhalb von 180 Tagen wird zur Prüfung vorgelegt: neue sechs Wochen entstehen erst, wenn sechs Monate ohne diese Krankheit vergangen sind oder zwölf Monate seit ihrem ersten Auftreten.
EFZG §2.
Volles Entgelt pro Arbeitsjahr, gestuft nach Dienstjahren — sechs Wochen unter einem Jahr, ab fünfundzwanzig zwölf. Anspruchszeiten innerhalb eines Arbeitsjahres werden zusammengezählt. Das anschliessende halbe Entgelt ist bewusst nicht abgebildet.
L1226-1 / Loi de mensualisation.
Die 90-%-Stufe des Maintien de salaire, ab einem Jahr Betriebszugehörigkeit: dreissig Tage, ab einunddreissig Dienstjahren neunzig — gerechnet pro Dienstjahr. Die Convention collective ist meist grosszügiger; die Stufen sind pro Richtlinie editierbar.
INPS Indennità di malattia.
Das gesetzliche Maximum von 180 Tagen pro Kalenderjahr, abgebildet als Obergrenze von sechsundzwanzig Wochen. Der Contratto collettivo der Branche geht vor und setzt die Comporto-Schwelle — die Richtlinie darauf anpassen.
Statutory Sick Pay.
Achtundzwanzig Wochen je Period of Incapacity for Work. Zwei Zeiträume mit höchstens sechsundfünfzig Tagen dazwischen gelten als einer und teilen sich diese Obergrenze. Aufstockungen des Arbeitgebers kommen obendrauf.
Nichts zu hinterlegen — leg sie selbst an.
Es gibt keinen bundesrechtlichen Anspruch auf bezahlte Krankheitstage, also wird auch keine Vorlage ausgeliefert. Leg die Richtlinie an, die dein Bundesstaat oder deine Firmenregel verlangt — in denselben Formen wie überall sonst: Saldo, Krankheitsfall oder unbegrenzt.
Standardwerte sind nur Standardwerte. Prüf deinen GAV.
Die Standardwerte je Land bilden das nationale Arbeitsrecht ab. Der GAV deiner Branche (Gesamtarbeitsvertrag in CH/AT, Tarifvertrag in DE, Convention collective in FR, Contratto collettivo in IT) kann andere — meist grosszügigere — Bedingungen festlegen. Jeder Richtlinien-Wert ist editierbar; trag die vertraglichen Zahlen einmal ein, und sie gelten ab da. Wenn unklar ist, was bei dir gilt, frag deinen Treuhänder oder Branchenverband.